Warum Animation?

Kürzlich wurde ich von einem guten Freund gefragt, was denn die Vorteile von Animationsfilmen, wie wir sie produzieren, seien. Nach knapp zehn Jahren in der Branche sollte man meinen, die Antwort darauf schüttelte ich locker aus dem Ärmel; nach längerem Herumgestotter merkte ich allerdings, dass ich mir diesbezüglich in aller Ruhe ein paar Gedanken dazu machen sollte. Daher nachfolgend für die interessierte Leserschaft: Warum eigentlich Animationen?



Abb. 1a: Eine klassische Powerpoint-Balkendiagrammanimation. Ja, sie erfüllt ihren Zweck. Sieht aber langweilig aus.


Abb. 1b: So könnte eine Balkendiagrammanimation auch aussehen. Welche der beiden Varianten sticht heraus? Welche bleibt eher im Gedächnis?

Alleinstellungsmerkmal und Wiedererkennungswert

Eine der Aufgaben unserer Animationsvideos besteht unter anderem darin, komplexe oder umfangreiche Inhalte leicht verständlich und unterhaltsam wiederzugeben. Das funktioniert mit einem durchdachten Konzept, einer gut erzählten Geschichte, einem unverwechselbaren grafischen Stil und, wenn angemessen, einer Prise Humor. So werden die Zuseher in den Bann gezogen und das Gesehene gut in Erinnerung behalten.

Eine kreative Herangehensweise bei der visuellen Umsetzung ermöglicht es, eine einzigartige Bildsprache zu entwickeln, die Spaß macht und hängen bleibt. Denn meiner Meinung nach hat die Animation nicht nur die Aufgabe zu informieren, sondern auch zu unterhalten. So hebt man sich von der Masse an existierenden Videos ab, weckt Emotionen und hinterlässt ein positives Gefühl.



Abb. 2a: Kamera, Crew, Licht, Regie, Technik, Location, Catering...
Das kann kosten. Zum Glück kein Außendreh, denn heute regnet’s.
(Quelle: www.raindance.org)


Abb. 2b: Das ist Michael. Er modelliert an seinem PC ein fotorealistisches 3D-Produkt. Schlechtes Wetter? Egal.

Die Kosten/Nutzen-Frage

Die Frage “Was kostet eine Animation?” ist mit der Frage “Was kostet ein Auto?” gleichzusetzen. Ohne genauere Absteckung der Vorstellungen, Ziele, dem Einsatzbereich und der Zielgruppe ist das oft schwer zu beantworten. Ich wage aber zu behaupten: Im qualitativ hochwertigen Sektor sind animierte Filme gegenüber real gedrehten Filmen oft vergleichsweise günstig. Manchmal ist eine Animation die einzige Möglichkeit, ein schwer zugängliches Szenario bzw. eine abstrakte Idee umzusetzen, oder Produkte in einer außergewöhnlichen Art und Weise darzustellen.

Weitere Vorteile, die sich auf längere Sicht erweisen: Grafiken, die im Rahmen der Animation erstellt wurden, lassen sich ohne großen Mehraufwand zur Weiterverwendung in Printkampagnen oder auf der Website aufbereiten, vom Web-Icon bis zum monatlich erscheinenden Mitarbeitermagazin.

Ein wichtiges Argument ist außerdem die einfache Aktualisierung der Inhalte. Es ändern sich das Aussehen der Produkte oder der Unternehmensauftritt? MitarbeiterInnen, die im Film vorkommen, sind nicht mehr länger im Unternehmen beschäftigt? Kein Problem: In einer Animation können diese Aspekte schnell adaptiert werden, ohne kostenintensive Nachdrehs.



Abb. 3a: Explosionsgrafik einer Boeing. Bitte nicht mit echten Flugzeugen probieren! (Quelle: voestalpine Böhler Edelstahl)


Abb. 3b: Produkte werden per Lieferwagen in verschiedene Länder ausgeliefert. Anschaulich, kreativ und unterhaltsam dargestellt in nur einem Bild.

Fazit

Eine Animation vereint Disziplinen wie Illustration, Film, Audio, Storytelling, Typografie, Grafikdesign und vieles mehr. So transportiert ein gelungener Animationsfilm Informationen auf mehreren Ebenen zum Zuseher. Audiovisuelle Inhalte verarbeitet man im Vergleich zu Text viel schneller und nachhaltiger. Ist die Animation zusätzlich noch mit humoristischen Elementen gespickt und die Geschichte spannend erzählt, hinterlässt der Film einen bleibenden positiven Eindruck. Die gesehenen Inhalte werden viel besser gemerkt, die Verbindung zum Unternehmen gestärkt und die Kundenbindung gefestigt.

(Gernot Stefl)